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ChatGPT ist nach dem DSA eine sehr große Suchmaschine

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Die EU-Kommission hat ChatGPT nach dem DSA als sehr große Online-Suchmaschine eingestuft. Mit geschätzt 159 Millionen monatlich aktiven Nutzern in der EU liegt der Dienst klar über der Schwelle von 45 Millionen. Damit gelten strengere Aufsichtspflichten, und die Quellenauswahl in KI-Antworten wird zu einer regulatorischen Frage.

ChatGPT wird nun nach seiner Funktion reguliert

Ich würde mich nicht am Wort „Suche“ festbeißen: Die entscheidende Verschiebung besteht darin, dass die Regulierung auf die tatsächliche Funktion eines Produkts schaut und nicht auf das Etikett „Chatbot“. Die Europäische Kommission hat ChatGPT in einer offiziellen Entscheidung als sehr große Online-Suchmaschine nach dem DSA eingestuft.

Die Schwelle für diesen Status liegt bei durchschnittlich 45 Millionen monatlich aktiven Nutzern in der EU. Zum Zeitpunkt der Einstufung wurde die EU-Nutzerschaft von ChatGPT auf rund 159 Millionen geschätzt. Der Dienst liegt damit deutlich über dem Grenzwert. Nach der Benennung hat der Anbieter vier Monate Zeit, die zusätzlichen Anforderungen zu erfüllen.

Der Pflichtenkatalog ist umfangreich: systemische Risiken bewerten und mindern, unabhängige Audits durchführen lassen, algorithmische Systeme transparent machen und zugelassenen Forschern Datenzugang gewähren. Die Bewertung umfasst die Verbreitung rechtswidriger Inhalte, Risiken für Minderjährige, Grundrechte, Wahlen und die öffentliche Sicherheit.

Für ein Suchprodukt ist algorithmische Transparenz besonders sensibel. Fragen danach, warum das System eine bestimmte Quelle auswählte, wie es eine Antwort bildete und welche Materialien es faktisch ausschloss, erhalten nun eine regulatorische Dimension. Bei DSA-Verstößen drohen Geldbußen von bis zu 6% des weltweiten Jahresumsatzes.

Was sich für KI-Suche und Sichtbarkeit ändert

Das ist ein echter Präzedenzfall für die gesamte Klasse von KI-Assistenten und kein lokales Problem eines einzelnen Dienstes. Wenn Gemini, Claude oder ein anderes Produkt eine Suchfunktion erfüllt und die Schwelle von 45 Millionen Nutzern in der EU überschreitet, schützt eine andere Kategorienbezeichnung nicht vor einer vergleichbaren Einstufung.

Für Publisher und Unternehmen verändert sich die Einheit der Sichtbarkeit selbst. In der klassischen Suche ließen sich Position und Klick verfolgen; bei einer generativen Antwort ist wichtiger, ob eine Quelle ausgewählt, zitiert oder paraphrasiert wurde. Nutzer können eine Antwort ohne Klick erhalten, während die Formulierung des Ausgangsmaterials vollständig umgeschrieben wird.

Meine zentrale technische Frage betrifft nun nicht nur die Qualität des Rankings, sondern auch die Nachprüfbarkeit der Auswahlkette. Wenn KI-Suche den Zugang zu Informationen beeinflusst, ist das intransparente „das Modell hat es entschieden“ keine ausreichende Erklärung mehr. Besonders spannend wird es dort, wo Transparenzpflichten auf geschlossene Modelle und eine sich ständig verändernde Generierungslogik treffen.

Wir haben bereits erläutert, wie Sicherheitsmaßnahmen für die OpenAI API Warnmeldungen auslösen und strengere Compliance-Kontrollen erforderlich machen können. Dieser Governance-Kontext wird besonders relevant, da die EU DSA-Pflichten auf ChatGPT als Suchmaschine anwendet.